Orangerie Schloß
Augustusburg Brühl 8.-18.-August 2003
Vernissage 8. August 2003
Andreas Mattern Aquarelle –
Maria Berberich
Tonskulpturen –
Baro-Thomas Haas Fotografie
Drei Berliner Künstler präsentieren ab heute im Schloß Augustusburg gemeinsam ihre neuesten Werke.
Andreas Mattern setzt sich mit der Farbwirkung und
den Formgebungen der zu Motiven gerinnenden Wirklichkeit auseinander. Bei ihm
sind es farbige Aquarelle und Radierungen insbesondere von Landschaften und
Städten, die den 1963 in Schwerin geborenen Maler beschäftigen. Dabei gelingt
es ihm die Bildmotive nie statisch wirken zu lassen. Selbstverständlich ist
auch in seinen Arbeiten Ähnlichkeit und Wiedererkennbarkeit gegeben, aber auch
hier sind die Darstellungen einem abnickend flüchtig erkennenden Erfassen
entzogen. Leicht verkippte Perspektiven, fluchtende Schrägen und zage
Diagonalen bringen allein schon eine Bewegtheit in die menschenleeren Stadt-
und Landschaftsausschnitte, die verfließenden Farbsetzungen entlocken den
Bildern eine tänzelnde Spannung ohne direkt ruhelos zu wirken. Das
infolgedessen verzögerte Erfassen des Bildganzen zwingt dazu, sich einzulassen,
findet aber einen Halt im prägenden Gerüst von Konturen und der wohlgesetzten
Anlage der Gesamtkompositionen, die asymmetrische Zentren bevorzugen. Der
kräftige Schwarzton wird dabei durch einen ebenso
kräftigen, grundfarbengeprägten Farbduktus ausgeglichen. Farbe ist satt zu
sehen, ohne dass man sich an ihr sattsehen würde. All
das ist mit Verve und großer Sicherheit im Pinselduktus erfasst. Das Wissen um
die tückischen Verhältnisse von Farbauftrag und Wässrigkeit beim Aquarell
nötigt Respekt vor diesen ohne Vorzeichnung hingetuschten Bildern ab. Die
Radierungen sind gleichmäßiger im Farbauftrag, der als eigenständige Schicht die
feinen Konturen überlagert. Die flächigen Farbsetzungen sind mal ein intensives
Farbglimmern, mal gedämpfte Farbglut und erweisen Andreas Mattern als
Stadtwanderer, der den auch nächtlichen Szenen ihren markanten Reiz ablauscht
und den Gehäusen der Städte ein selbstverlorenes Eigenleben einhaucht.
Die Kunst besteht darin, die durch das Medium
Aquarell, bzw. Radierung bedingte nötige Reduktion der Detailtreue der
Bildelemente mit der Gesamtwirkung der Farbwirkung in Einklang zu bringen, was
Andreas Mattern versiert gelingt. Wieder geht es um ein interpretiertes
Wiedererkennen der Dingwelt jenseits begrifflicher Einordnung, nicht um eine
allgemeingültige Wirklichkeitserfassung, die selten ohne feste Kategorien
auszukommen scheint.